20.05.2020

Der Monat Mai wird seit Jahrhunderten neben dem Oktober als Marienmonat gefeiert. In Grafenwöhr gibt es die Maiandacht seit über 120 Jahren. Eine Hochphase der Marienverehrung war das “Marianische Jahrhundert“ von 1850 bis 1950. In dieser Zeit führte auch der damalige Pfarrer Joseph Hofmann in Grafenwöhr eine neue Form der Anbetung Mariens ein – die Maiandacht.

1894 wurde die Lourdesgrotte am Annaberg auf Initiative des Benefiziaten Röger gebaut. Dieser hoffte mit einer Wallfahrt nach Lourdes ein schweres Leiden zu kurieren und gelobte den Bau einer Lourdesgrotte in Grafenwöhr, falls er gesund würde. Die Grotte liegt idyllisch unter einem Blätterdach unterhalb der Wallfahrtskirche „Mariahilf“ am Annaberg. Mit dieser neuen Andachtsstätte hatte Pfarrer Hofmann einen würdigen Platz für Maiandachten gefunden. Geht die Hochphase der Marienverehrung doch auch zurück auf die Erscheinungen der Gottesmutter in Lourdes im Jahre 1858. Lourdesgrotten und Maiandachten waren demnach vielerorts untrennbar verbunden. So kam es, dass Pfarrer Hofmann 1894 die damals noch „neumodische“ Maiandacht einführte. Die Grafenwöhrer Gläubigen nahmen das Angebot morgens um sieben Uhr zahlreich an.  Bei schlechtem Wetter wurde in die Kirche ausgewichen und auch diese war nach Berichten Hofmanns täglich voll und sonntags dicht gedrängt. Und noch heute erfreuen sich Maiandachten an der Lourdesgrotte der Beliebtheit der Grafenwöhrer Gläubigen.

Übrigens: Pfarrer Hofmann verdanken wir auch das erste und älteste Foto, das von Grafenwöhr existiert. 1895 holte er die Kommunionkinder zur Grotte und ließ dort das Gruppenbild vor dem herrlichen Motiv erstellen. Danke Pfarrer Hofmann!
 
 
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