04.05.2020

Einkaufen war früher genauso ein Wohlfühl-Erlebnis wie heute. Ein Markt bot Abwechslung, Unterhaltung und fremde, kostbare Waren. Märkte in Grafenwöhr gab es seit der ersten Stunde. Die Stadterhebungsurkunde von 1361 enthielt das Recht, jeden Dienstag Wochenmarkt zu halten. Auch früher gehörte nach dem Markttreiben die Einkehr in den Wirtshäusern dazu, wo fröhlich gezecht wurde. Vom Bierkonsum profitierte auch die Stadtkasse, nicht nur wegen der Biersteuer…

Im 16. Jahrhundert wurde das Grafenwöhrer Marktrecht auf vier Märkte im Jahr erweitert. Diese waren größere Märkte, heute in etwa vergleichbar mit dem Annamarkt und zwischen Ostern und November rund alle zwei Monate angesetzt. Die Chronik von Oberlehrer Schenkl berichtet, dass auf dem Marktplatz lokale und fremde Händler ihre Buden aufgeschlagen hatten. Eine auf dem Kirchturm aufgesteckte Fahne gab das Zeichen zum Beginn des Verkaufens für hiesige Einwohner.  Erst ab mittags 12 Uhr durften zugereiste Gäste ihre Kauflust befriedigen.

Weiterhin wurde das ganze Jahr über an Samstagen ein Wochenmarkt abgehalten, bei dem die zu Grafenwöhr gehörenden Bauern verpflichtet waren ihre Erzeugnisse dort anzubieten. Dadurch sollte dem "Verschleipfen" dieser Waren ins "fränkische Ausland" vorgebeugt werden, wo höhere Preise zu erzielen waren. Die Märkte waren eine gute Einnahmequelle für die Händler und Wirtshäuser. Ein „angenehmer“ Nebeneffekt für die Stadtkasse war nicht nur das „Umgeld“ (Biersteuer), sondern auch die Strafgelder für Streitereien, Raufereien oder Diebstahl, die betrunkene Marktbesucher zu Hauf berappen mussten.

 

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