25.02.2021

Die erste urkundliche Erwähnung findet Hütten in einem Grundbuch aus dem Jahre 1270. Es stand von den Anfängen bis 1808 unter der Herrschaft der Burg Parkstein und wurde dann eigenständige Gemeinde inklusive der Hofmarken Grub und Steinfels. Erst 1972 gliederte man Hütten im Zuge der Gebietsreform als Ortsteil der Stadt Grafenwöhr ein, Steinfels kam nach Mantel.

Der Name „Hütten“

Um von Süden nach Parkstein zu gelangen, musste die Haidenaab überquert werden, was in Hütten am einfachsten war. Für den schwierigen Warentransport über den Fluss siedelten sich Helfer an, die einfache Hütten als Unterkünfte bauten und aus denen später die Dorfmark „bei den Hütten“ entstand. Hütten lag an wichtigen historischen Straßen, wie der Eisen- oder der Saustraße. An der Laurentiuskirche ist heute noch eine Einkerbung der Zollschranke zu sehen. Der Verkehrsknotenpunkt in der mittelalterlichen Eisenindustrie war auch ein guter Standort für ein Hammerwerk. Seit 1389 sind die Hammerherren Mendel von Steinfels in Hütten nachgewiesen.

            

Hammerschlösser: Aus alt mach neu

Der Hammer „bey den Hütten“, mit einer der ältesten unserer Gegend, stand nördlich der Laurentiuskapelle an der Haidenaab beim „Alten Schloss“ auf der „Penslpaint“. Das Schloss war wegen des sumpfigen Geländes auf Pfahlrosten gebaut und von einem Wassergraben umgeben, zweistöckig, aus Stein und mit Ziegeln bedeckt. Nach dem Bau des neuen Schlosses 1606 wurde es als Gutswirtshaus genutzt. 1772 sind das alte Schloss und alle Gebäude auf der Pfahlinsel verschwunden. Beim Schloss steht seit 1472 bis heute die Laurentiuskirche, erbaut von Konrad Mendel von Steinfels. Alte Grundmauern zeigen, dass auf diesem Platz schon früher eine kleine Kapelle stand. Das „neue“ heute noch existierende Schloss wurde 1606 östlich gegenüber der Laurentiuskirche errichtet. Es war ursprünglich ein Stockwerk höher und hatte einen Rundturm. Der Umbau zur heutigen Form erfolgte wegen Baufälligkeit 1830. Zum neuen Gut gehörten neben dem neuen Hammerwerk eine Mühle und ein Brauhaus. Weiterhin gab es mitten im Dorf zwischen den Wegen nach Steinfels und Kaltenbrunn bis 1920 einen vier Tagwerk großen „Schlossgarten“ mit Mauerring und allerlei Obst, Gewürzen, Hopfen und nützlichen Pflanzen.

Längste Eisenindustrie der Region

Sowohl das alte, als auch das neue Hammerwerk waren Schienhämmer. Sie produzierten vom 13. Jahrhundert bis zur Stilllegung mangels Rentabilität im Jahr 1630 wertvolle Stabeisen. Noch im 30-jährigen Krieg wurden Hammer und Mühle durch Truppen zerstört. Danach verdingte man sich ab 1668 mit einer Leinmühle und einer Säge, rund hundert Jahre später zusätzlich mit einer Glasschleife. Erst 1816/19 wurde die Eisenverarbeitung wieder aufgenommen in einem Hammerwerk, das der Besitzer Johann Nepomuk Hubmann ohne Genehmigung erbauen ließ. Die Blüte währte nicht lange, da die beginnende Industrialisierung kleine Privatbetriebe verdrängte. Neue Einkommensquellen waren von 1825 bis 1850 ein Kalkbrennofen beim „Sandacker“ in der Weggabelung nach Pechhof und Parkstein, ein zweiter vermutlich in der Blumerau, oberhalb der Straße von Kaltenbrunn nach Grafenwöhr.

Die Ära Schlör

1838 kaufte die Familie Schlör das Hammergut Hütten. Als 1856 ein Orkan für ein Überangebot an Holz sorgte baute Anton Schlör einen Hochofen, an der Stelle, wo heute das Feuerwehrhaus steht, der jedoch schon 1875 wieder zum Stillstand kam. Mehr als 600 Jahre Eisenindustrie in Hütten waren somit beendet. Ab 1875 wurde die Wasserkraft nur noch zum Antrieb der Mühle und der alten Glasschleife und Poliere benutzt. 1882 erfolgte der Neubau der großen Glasschleife und Poliere an alter Stelle. Zur Jahrhundertwende gab es in Hütten zudem eine Farbmühle, später ein Kunststeinwerk, Sandgruben und das Lithinwerk. 1926 lässt Schlör wegen Hochwassergefahr die Haidenaab regulieren und die Wasserkraft in Hütten erlischt.  1970 erwirbt Eduard Wittmann das Gut Hütten samt Laurentiuskirche und vereinigt so zusammen mit dem Gut Grub den alten Besitz der Familie Schlör.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.