02.02.2021

Die Felsmühle ist neben der Stadtmühle die älteste Mühle im ehemaligen Pflegamt Grafenwöhr. Als Getreidemühle 1530 erstmals erwähnt, ist sie auch auf alten Karten meistens verzeichnet. Ihre Lage an der Creußen und am Auslauf des einstigen Felsweihers ist besonders, handelte es sich dabei um einen Stausee seit dem Mittelalter. Er diente als Schutz für die Stadt im Norden und Osten und wurde nach rund 200 Jahren Bestehen 1569 trockengelegt, da mittlerweile die Stadtmauer ausgebaut war.

    

Wasserkraft aus dem Mühlgraben

Nach der Trockenlegung des Felsweihers wurde der Mühlgraben angelegt, um der Felsmühle die Wasserkraft der Creußen zu erhalten, ein Wehr beim Saliterer zweigte das Wasser ab. Zudem erwarb die Stadt die Felsmühle und verpachtete sie. Die vorherige Besitzerfamilie Podenmeyr kaufte die Mühle allerdings 1580 von der Stadt zurück.

  

Krieg, Hochwasser, Brände

Die Besitzer und Pächter der Mühle wechselten oftmals. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Felsmühle aufgrund ihrer Lage außerhalb der Stadtmauern von Schweden geplündert. Der damalige Müller Strobl geriet in Not und sein Vorhaben, den Betrieb um eine Öl- und Leinmühle zu ergänzen schlug fehl. Rund hundert Jahre später plante der Felsmüller Reng auf Verlangen der Grafenwöhrer Gerber und Tuchmacher den Bau einer Lohmühle zur Zerkleinerung pflanzlicher Gerbmittel. 1774 zeigen Steuerrechnungen des Pflegamts, dass das Anwesen geteilt wurde, zwei Drittel versteuerte die Müllerswitwe, ein Drittel der neue Müller Mayr. Im Jahr 1815/16 wird die Erneuerung der Felsmühlbrücke über den Mühlgraben erwähnt, nachdem die alte von Hochwasser zerstört war, 1912 wurde eine neue aus Stein gebaut. 1841 fiel die Felsmühle einem Brand zum Opfer, wurde aber vom damaligen Müller Thomas Meyer wieder aufgebaut. Die Pläne von damals sind erhalten. Auf drei Generationen Meyer folgten ab circa 1850 zwei Generationen Fiedler, bevor die letzte Müllersfamilie Einzug in der Felsmühle hielt.

 

Die Mühle im 20. Jahrhundert

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist Familie Zeitler als Müller auf der Felsmühle ansässig. 1914 wurde das 4,80 m hohe Mühlrad vom Felsmüller Zeitler erneuert und der hölzerne Zulauf betoniert. Für das Ende des Mahlbetriebs in der Felsmühle war die Bombardierung im April 1945 verantwortlich. Die Mühle wurde völlig zerstört, nur das Mühlrad überstand den Angriff. Der letzte Müller, Heinrich Zeitler baute das Wohnhaus wieder auf, allerdings ohne Mühlwerk und machte sich als Bäcker selbständig. 1965 wurde die Felsmühlstraße entlang der Felsleite ausgebaut und damit der Mühlgraben, der seit rund 400 Jahren für die Wasserkraft der Mühle sorgte, zugeschüttet und das Wasserrecht der Mühle abgelöst.

  

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