15.12.2020

Die Ursprünge der Post lagen wohl in den Bedürfnissen der Menschen, Informationen über größere Entfernungen auszutauschen. Was heute in Sekundenschnelle über unsere Smartphones weltweit möglich ist, war für Menschen in früher Zeit eine große Herausforderung. Bevor 1808 das staatliche Postwesen in Bayern entstand, begann die Familie Taxis bereits im 16. Jahrhundert kaiserliche Dokumente quer durch Deutschland zu transportieren. Die berittenen Kurierdienste nutzten neben den Verkehrsstraßen auch Abkürzungen, die Rennwege. Der Rennsteig zwischen Grafenwöhr und Pressath war vermutlich eine Postreiterabkürzung.

       

Ausschlaggebend für die Eröffnung einer Postexpedition im Oktober 1830 in Grafenwöhr war ein neuer Postkurs, der von Amberg nach Wunsiedel über Freihung, Grafenwöhr und Kemnath führte. Den Vertrag für die Brief- und Fahrpostexpedition erhielt der Wirt Florian Göppl. Poststall und -expedition war der „Gasthof zur Post“. 1849 wurde der Poststall in Grafenwöhr aufgelöst. Im Verordnungsblatt ist zu lesen: „Wegen Unbeträchtlichkeit der Korrespondenz nach und von dem Städtchen Grafenwöhr i. d. Oberpfalz hat das Staatsministerium des Handels u. d. öffentlichen Arbeitens die Aufhebung der daselbst seit dem Okt. 1830 bestehenden Briefpost-Expedition genehmigt, deren Geschäfte mit dem letzten Dezember dieses Jahres aufhören. Briefe, Schreiben, Päckereien nach Grafenwöhr sind demnach vom 1. Jänner an der anderthalb Stunden davon entfernten Postexpedition Pressath zur Bestellung zuzuschicken und mit den dahin treffenden Taxen zu belegen; in alle Brieftaxtabellen ist der Name Grafenwöhr auszustreichen.“  Von 1849 bis 1860 beförderte eine Fußbote die Post zwischen Grafenwöhr und Pressath.

Die Post kommt zurück

Im November 1860 wurde dem Wirt Florian Göppl ein neuer Dienstvertrag verliehen und er eröffnete den Poststall wieder. Etwa zur gleichen Zeit entstand eine Eisenbahnverbindung, die Amberg und Bayreuth in kürzester Linie verbinden sollte. Diese Bahnstrecke berührte nur die Orte Schwarzenbach und Pressath. Die große Postkutsche, die von Kemnath nach Amberg fuhr und in Grafenwöhr Halt machte, wurde deshalb 1863 eingestellt. Dafür kam die Carriolpost (kleine Postkutsche), die zwischen Grafenwöhr und Pressath die Post transportierte. 1882 übernahm Florian Göppls Sohn, Florian junior, den Postdienst. 1890 konnten oder wollten die Göppls den Dienst nicht weitermachen. Johann Meiler, der spätere Bürgermeister, übernahm und die Postkunden gingen von da an zum „Luberhaus“ in die Untere Torstraße.

     

Durch den Bau der Lokalbahn Pressath - Kirchenthumbach erübrigte sich ab 1904 die Carriolpost zwischen Grafenwöhr - Pressath und der Poststall wurde wieder aufgelöst. Briefe und Pakete wurden von da an mit der Eisenbahn befördert. Die Botengänge zum 1,2 Kilometer entfernten Bahnhof Grafenwöhrs wurden zu Fuß erledigt.

Welche Herausforderungen die Post mit Eröffnung des Truppenübungsplatzes zu meistern hatte, lesen Sie im nächsten G’schichterl.

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