Feuerwehren sind ein äußerst wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Der Ausbruch eines Feuers war und ist noch immer eine große Bedrohung für unsere Dörfer und Städte. Die meisten Feuerwehren sind heute meist Vereinigungen von Freiwilligen und in den Gemeinden hoch angesehen.

Bevor die Feuerwehr 1871 in Grafenwöhr gegründet wurde, gab es die Feuerpolizei. Diese wurde vermutlich Anfang des 18. Jahrhunderts zur Brandvorbeugung ins Leben gerufen. Aus der Mitte des Rates berief man alljährlich Männer, die viermal im Jahr sogenannte Feuerschauen durchführten. Es wurden dabei in allen Häusern die Feuerstätten und Kamine kontrolliert und Verstöße zur Anzeige gebracht. Zu den Vorbeugemaßnahmen gehörte es, dass bei anhaltender sommerlicher Trockenheit dafür zu sorgen war, dass Löschwasser schnell bereitstand. Die Bewohner mussten vor dem Haus große Zuber mit Wasser gefüllt aufstellen. Als weitere Schutzmaßnahme unterhielt die Stadt mehrere Nachtwächter, die durch den Ort patrouillierten und im Brandfall die Bevölkerung alarmierten. Mit derselben Aufgabe war auch der im Unteren Tor wohnende Türmer befasst. Zudem war jeder Neubürger angewiesen, einen ledernen Wassereimer anzuschaffen, um bei einem Brand in der Lage zu sein, bei den Löscharbeiten zu helfen. Damals bildeten bei einem Brand die Menschen vom Bach oder vom Brunnen bis zur Brandstätte zwei Reihen und versuchten gemeinsam, dem Feuer Herr zu werden. 1753 besaß die Stadt 16 alte und 18 neue lederne Wassereimer, sechs einfache hölzerne Spritzen, sechs hölzerne Feuerleitern, zwei Feuerhaken und 2 mit eisernen Reifen beschlagene Wasserkufen. Diese Kufen waren Fässer auf einem schlittenähnlichen Gestell mit denen man im Notfall größere Mengen Wasser vom Brunnen holen konnte.

Altes Löschfahrzeug

1805 wurde Grafenwöhr vom Landgericht aufgefordert, eine Feuerlöschmaschine anzuschaffen. Jedoch konnten diese Löschmaschine und auch die darauffolgende, beim großen Brand 1870 in der östlichen Altstadt nicht viel ausrichten und so war dieses Unglück wohl der letzte Anstoß, um den Brandschutz auf eine bessere Basis zu stellen. Am 26. April 1871 fanden sich im Gasthof Specht einige Männer zur Gründung einer Feuerwehr zusammen. Ab Mai 1879 wurde sowohl der Aufbau der Feuerwehrmannschaften wie auch deren Vorgehen bei Bränden durch eine „Distriktpolizeiliche Feuerlösch-Ordnung“ für den Verwaltungsbezirk Eschenbach geregelt. Es war Pflicht, dass alle männlichen Gemeindebewohner zwischen dem 18. und 55. Lebensjahr als Feuerwehrpflichtige eingestuft waren. Aus diesen Männern wurden Löschmannschaften zu drei Zügen aufgebaut. Zum einen waren das die „Steiger“, diesen oblag der Schlauchführerdienst, die Aufstellung der Leitern, das Abreißen gefährlicher Gebäudeteile und die Rettung von Personen und Sachen. Die „Spritzenmänner“ waren für das Bedienen der Löschmaschinen und die Wasserbeschaffung verantwortlich und die „Ordnungsmänner“ sperrten den Brandort ab, bewachten gerettete Sachen und räumten gefahrlos erreichbare Räume aus. Viermal im Jahr wurden Übungen abgehalten. Bei größeren Bränden wurde ein Feuerreiter oder Feuerbote eingesetzt, der in die Nachbargemeinden ritt und Hilfe holte. Im Ort wurde das „Feuerhörnl“ geblasen, um den Feuerwehrleuten und der Bevölkerung den Ausbruch eines Brandes zu melden. Erst im Januar 1936 wurde auf dem Dach des Rathauses eine öffentliche Sirene installiert.

Feuerwehrtag 1903
Feuerwehrübung 1931
Feuerwehrgerätehaus - an der Einfahrt zum Grabengrund
Geräte im Gewölbe des Museums

Bis 1910 befanden sich die Gerätschaften der Feuerwehr im Erdgeschoss des Rathauses. Danach nutzte man ein kleines Gerätehaus, welches an der Einfahrt zum Grabengrund stand und 1938 brachte man die Löschfahrzeuge im Gewölbe des Kastenhauses unter. 1927 bekamen die Grafenwöhrer ihre erste Motorspritze. Es war eine 1000-Liter-Spritze der Firma Ludwig aus Bayreuth und eine zweite Spritze kam 1938 aus der aufgelösten Gemeinde Haag dazu. Mitten im Zweiten Weltkrieg erhielt Grafenwöhr ein modernes Löschgruppenfahrzeug 1500 vom Typ Magirus Deutz und die Mannschaft war somit auch für überörtliche Einsätze gut gerüstet. Während der Bombardierungen eilten sie damit sogar Nürnberg, Regensburg und Neumarkt zu Hilfe. Diese häufigen auswärtigen Einsätze machten es während des Krieges notwendig, für den heimatlichen Feuerschutz eine Frauengruppe aufzustellen, die aber nach Kriegsende wieder aufgelöst wurde. Auch die ersten Nachkriegsjahre brachten nicht die ersehnte Ruhe, denn bis zur Aufstellung einer Lagerfeuerwehr, wurde die FFW Grafenwöhr bis 1947 zu allen Brandeinsätzen auf dem Truppenübungsplatz gerufen. Ausgedehnte Waldbrände waren damals an der Tagesordnung. 1970 wurde endlich das langersehnte Feuerlöschgerätehaus in der Thumbachstraße verwirklicht.

Zu den Aufgaben der Feuerwehren zählen heute nicht nur die Feuerbekämpfung, sondern auch zahlreiche technische Hilfeleistungen, wie zum Beispiel bei Autounfällen, Unfällen mit Gefahrstoffen und bei Hochwasser. Gut zu wissen, dass wir freiwillige Frauen und Männer vor Ort haben, die sich dem Retten, Löschen, Bergen und Schützen verschrieben haben.

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